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Dear Readers,

Doris Bachmann-Medick, Dr. phil., Permanent Senior Research Fellow at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), University of Giessen/Germany; works and teaches on Cultural Theory and recent disciplinary, interdisciplinary and transnational developments in the Study of Culture.

Main research interests: Kulturwissenschaften/Cultural Studies, Literary Anthropology, Translation Studies, Intercultural Communication.

Please find my list of publications over here.

Notizen

 

Archiv Seite 3



Soeben ist ein neues Themenheft der Zeitschrift “Geschichte und Gesellschaft” erschienen: “Übersetzungen”. Es zeigt, wie sehr die Kategorie der “Übersetzung” gegenwärtig in einer Vielzahl von Disziplinen produktiv gemacht wird: und zwar gerade nicht als eine bloße Metapher, die über Sprach- und Textübersetzung hinaus auch für einen veränderten Blick auf kulturelle und soziale Übersetzungsprozesse herangezogen wird. In empirischen Fallstudien wird hier “Übersetzung” vielmehr als eine konkrete Analysekategorie eingesetzt. So wird sie etwa für die Untersuchung interkultureller Kommunikationsprozesse im Feld von Kolonialismus und Mission fruchtbar gemacht, aber auch für translatorische Impulse der Erinnerungsforschung und Vergangenheitspolitik. Mit ihr lassen sich Aneignungen im Kontext von Modernisierungsprozessen außereuropäischer Gesellschaften konkretisieren und die interkulturellen Spannungen in der gegenwärtigen globalen Menschenrechtsdebatte lassen sich als Übersetzungsproblem neu beleuchten. Link zum Inhaltsverzeichnis.


In ihrem 2011 erschienenen Buch “Postcolonialism and Science Fiction” schreibt Jessica Langer gleich auf der 2. Seite: “…the modes of anti-colonial resistance and postcolonial negation, production and hybridity found in postcolonial science fiction are important to those who are able to read them.” Jöran Klatt, in der neuesten Online-Ausgabe von Litlog (Göttinger EMagazin für Literatur - Kultur - Wissenschaft) ist “able to read them”. In seinem Artikel “Star Trek, postkolonial” liest er die Staffel “Deep Space Nine” der Serie Star Trek (1993-1999) unter postkolonialen Fragestellungen - ja, er zeigt darüber hinaus, dass die Serie selbst gleichsam einen “postcolonial turn” vollzieht: indem sie veranschaulicht, wie auch die utopischen Zukunftsprojektionen der Menschheit noch von Machtasymmetrien, von Ungleichheiten, von Kolonialismus und Rassismus durchzogen sind - welche die Menschheit in der utopischen Weltgesellschaft der “Föderation der Planeten” doch eigentlich hinter sich gelassen haben sollte: http://www.litlog.de/star-trek-postkolonial/.


CULTURAL TURNS NOWE KIERUNKI W NAUKACH O KULTURZE

Vor kurzem ist im Warschauer Verlag Oficyna Naukowa die polnische Übersetzung von “Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften” erschienen: “Cultural Turns. Nowe kierunki w naukach o kulturze”.

Die Übersetzerin ist Krystyna Krzemieniowa.


Der Sammelband einer Graduiertenkonferenz mit dem Titel “Kritische Perspektiven: Turns, Trends und Theorien” (Hg. von Michael Gubo, Martin Kypta und Florian Öchsner) ist kürzlich im Berliner Lit Verlag erschienen.

Kritische Perspektiven:

Dieser Band vereinigt Beiträge, die sich nicht nur theoretisch mit den neueren Diskussionen, Turns und theoretischen Neufokussierungen im Feld der Kulturwissenschaften beschäftigen, sondern die auch vor Augen führen, wie die interdisziplinären Anregungen der “Turns” durch notwendige Re-Turns Eingang finden können in konkrete Arbeiten der einzelnen Disziplinen.


“Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften” ist gerade in elektronischer Form als Rowohlt Digitalbuch in einer Kindle Edition erschienen.


27. März 2011

Kulturtheorie in Russland

The New Literary Observer ist 1992 als erste postsowjetische Zeitschrift für Literatur-Kultur-Theorie in Moskau entstanden, herausgegeben von Irina Prokhorova. Diese kulturpolitisch engagierte Zeitschrift dokumentiert seitdem grenzüberschreitende Theorieentwicklungen in Zeiten postkommunistischer Transformation - in enger Zusammenarbeit zwischen ost- und westeuropäischen KulturwissenschaftlerInnen. Sie ist Mitglied des europäischen Zeitschriftennetzwerks eurozine, in dem über 100 europäische cultural journals versammelt sind. Diese debattenfreudige Online-Plattform wirkt auf das Entstehen einer europäischen Öffentlichkeit hin “that respects diversity”. The New Literary Observer, eine der zahlreichen osteuropäischen Kultur (-wissenschaftlichen) Zeitschriften dieses eurozine-Netzwerks, erscheint 6 Mal im Jahr und hat soeben ihr neuestes Heft 107,1/2011 herausgebracht.


Soeben ist die neue Ausgabe des Kulturmagazins “Humboldt” des Goethe-Instituts online erschienen. Diese Zeitschrift, die den Kulturaustausch zwischen Deutschland, Lateinamerika, Spanien und Portugal befördern soll, beschäftigt sich in ihrem neuen Themenheft mit “Kultur der Übersetzung - Übersetzung der Kultur” - schon jetzt mit Blick auch auf das Gastland Argentinien der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2010. Die deutschsprachige Ausgabe ist online erhältlich, während auf Spanisch sowie auf brasilianisch Portugiesisch neben der online-Version jeweils auch eine Printausgabe erscheint.

“Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel” - so heißt ein Text der Nobelpreisträgerin Herta Müller, der dieses Heft eröffnet. Und es folgen Beiträge unter anderem zum/r Übersetzer/in als Lügner/in, zu ethnologischen Übersetzungsbedingungen, zu einsturzgefährdeten Übersetzungsbrücken, zur intellektuellen Dekolonisierung, zur ersten indigenen Buchmesse in einem brasilianischen Bundesstaat, zur “Quersprachigkeit” in der deutschen Gegenwartsliteratur, zur Transkreation als Konzept der Lyrikübersetzung, zum kolumbianischen Drogenroman … bis hin zum Tango an der Spree.


29. März 2010

Docupedia-Zeitgeschichte

Seit Februar 2010 ist Docupedia-Zeitgeschichte online zugänglich. Das neue Nachschlagewerk zu zentralen Begriffen, Konzepten, Forschungsrichtungen, Methoden und Debatten der (nicht nur) zeithistorischen Forschung wurde entwickelt vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Postdam und dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin. Die Artikel, verfasst von SpezialistInnen, sollten sich nicht nur in handbuchartigen Informationen erschöpfen, sondern auch Meinungen wagen, kritische Einordnungen und mögliche Entwicklungsperspektiven skizzieren sowie interdisziplinäre Gelenkstellen markieren. Aktueller Artikel: Cultural Turns.


Im neuesten Heft der österreichischen Zeitschrift Springerin. Hefte für Gegenwartskunst (Bd. XV, Heft 4, Herbst 2009) zum Thema “Wende/Wiederkehr” findet sich ein E-Mail-Gespräch zwischen Christian Höller und Doris Bachmann-Medick - u.a. über kulturelle/kulturwissenschaftliche “Wenden”, den konzeptuellen Umbruch in den Kulturwissenschaften, die Notwendigkeit von Metaphern als methodische Vehikel und über politische “Übersprünge” der Kulturwissenschaften im Sinne ihrer gesellschaftlichen Rückübersetzung.

Kommentierte Ausschnitte aus diesem Interview finden sich auf der iconicturn-website.


Das International Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen richtet vom 28. bis 30. Oktober 2009 eine Konferenz aus zum Thema “The Transnational Study of Culture: Lost or Found in Translation? Cultural Studies - Sciences Humaines - Kulturwissenschaft(en)”. Sie findet auf Schloss Rauischholzhausen (bei Gießen) statt und wird von Dr. Doris Bachmann-Medick/Prof. Dr. Ansgar Nünning/Kirsten Pohl/Dr. Martin Zierold veranstaltet. Diskutiert werden soll die Frage, wieweit und unter welchen Bedingungen sich die Kulturwissenschaften transnationalisieren können. Wieweit lassen sich ein global erweiterter Horizont und eine gemeinsame Sprache der “study of culture” gewinnen, welche den unterschiedlichen kulturwissenschaftlichen Ansätzen (brit. und amerikan. Cultural Studies, franz. sciences humaines und dt. Kulturwissenschaft(en) gerecht werden? Der Konferenz kommt es darauf an, die Übersetzbarkeiten und Unübersetzbarkeiten zwischen den differenten studies of culture auszuloten und damit Voraussetzungen zu schaffen für eine trotz unterschiedlicher Wissenschaftstraditionen, ja Asymmetrien und Wissenschaftshegemonien mögliche Transnationalisierung der “study of culture” - auch im Hinblick auf Gelenkstellen für interkulturelle Kooperation in der Kulturforschung. Auf der Konferenz-Website findet man - zusätzlich zum Programm auf dem Konferenzposter - weitere Informationen.

Tagungsbericht (auf HSozKult)





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