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Dear Readers,

Doris Bachmann-Medick, Dr. phil., Permanent Senior Research Fellow at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), University of Giessen/Germany; works and teaches on Cultural Theory and recent disciplinary, interdisciplinary and transnational developments in the Study of Culture.

Main research interests: Kulturwissenschaften/Cultural Studies, Literary Anthropology, Translation Studies, Intercultural Communication.

Please find my list of publications over here.

Notizen

 

Archiv Seite 2



Vom 3. bis 4. April 2009 findet in Ithaca/NY ein Workshop zur Frage der “Transnational Study of Culture”, ihrer Entwicklung und Konzeptualisierung, statt. Dieser Workshop ist ein Kooperationsprojekt der Cornell University (insbesondere des Institute for German Cultural Studies und ihrer Direktorin Leslie A. Adelson) und dem International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Universität Gießen. Link zum Programm.


Das European Institute for Progressive Cultural Policies hat kürzlich im Rahmen des webprojekts “translate. Beyond Culture: The Politics of Translation” eine Publikation zur Kulturtheorie der Übersetzung herausgebracht: Borders, Nations, Translations. Übersetzung in einer globalisierten Welt. Wien 2008 (mit Beiträgen von Boris Buden, Rada Ivekovic, Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Michaela Wolf, Stefan Nowotny, Sandra Mezzadra/Brett Neilson, Klaus Neundlinger, Tom Waibel, Hito Steyerl, Jon Solomon, Gayatri Chakravorty Spivak). Parallel dazu entstand ein Buch mit Essays und Interviews zu den praktisch-politischen Bedeutungen kultureller Übersetzung (Sprachübersetzung eingeschlossen) - bis hin zu Fragen existenzieller Kultur-Übersetzung in der “dramatisch realen Situation” (B. Buden) der Migration: Boris Buden/Stefan Nowotny (Hg.): Übersetzung: das Versprechen eines Begriffs. Wien 2008 - mit Beiträgen von Boris Buden, Doris Bachmann-Medick, Tomislav Longinovic, Stefan Nowotny, Ghislaine Glasson Deschaumes, Rada Ivekovic, Jon Solomon, Peter Osborne, Brigitta Kuster und Hito Steyerl.


Die 3., neu bearbeitete Auflage von “Cultural Turns” ist im Druck und wird am 5. März ausgeliefert. Sie enthält zusätzlich aktualisierte Literaturverzeichnisse und ein neues Nachwort. Unter der Perspektive “Kulturwissenschaften nach den Turns” geht dieses neue Nachwort auch auf die Rezeption des Buches, auf die Kritikpunkte und überhaupt auf die Turn-Diskussion der letzten zwei Jahre ein.


Im neuesten Heft (16,3/2008) der Zeitschrift Historische Anthropologie. Kultur, Gesellschaft, Alltag (Hg. von Hans Medick und Martin Schaffner) werden zukunftweisende Fragen an die Kulturwissenschaften gestellt: Inwieweit sind Paradigmen für die kulturwissenschaftliche Forschung notwendig? (Lynn Hunt) Wie stark muss eine postkoloniale Öffnung und Neusicht der Historischen Kulturwissenschaften auf die Einsichten der neueren Weltliteraturdiskussion bzw. auf die symbolischen Formen der Literaturen der Welt Bezug nehmen, wenn Geschichtswissenschaft künftig fundierter und disziplinenübergreifender im Sinne einer nicht mehr europazentrierten “Weltgeschichte” betrieben werden soll? (Reinhard Blänkner) Die Hinwendung zu “alternativen Geschichten” zeigt sich auch in zwei weiteren Artikeln dieses Zeitschriftenheftes, die in empirischen Fallstudien den zwiespältigen und widersprüchlichen Umgang mit Gandhi und dem indischen Nationalismus vonseiten indischer Bauern und indischer Umweltbewegungen nachgehen (Antje Linkenbach, Vinayak Chaturvedi).

Link zum Inhaltsverzeichnis


Die Zeitschrift Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen hat im neuesten Heft (Nr. 20. 2008) zum Thema “Visualisierung oder Vision? Bilder (in) der Wissenschaft” Fallbeispiele vorgestellt und vor allem Fragen angeregt:

- Wieweit dienen Visualisierungen der Sichtbarmachung und Objektivierung, - wie weit geht die Macht der Bilder, - wieweit stellen sie die Dominanz der Verbalsprache in der Wissenschaft in Frage, - wie weit dringt die neue Aufmerksamkeit auf Visualisierung und Bildlichkeit in Wissenschaft und Gesellschaft auch in Bereiche von Vision, Wunsch- und Trugbildern vor und wie aufschlussreich ist überhaupt die sogenannte Evidenz von Bildern?

Solche und weitere Fragen werden in diesem gerade erschienenen Zeitschriftenheft quer durch die Disziplinen diskutiert - von Kunstgeschichte über Literaturwissenschaft, Technik, Klimaforschung, Biomedizin, Mathematik, Kriminologie, Geschichte, Politik, Science und Science Fiction. Dabei wird der bloße akademische Diskurs überschritten - schon allein angesichts der übergreifenden Bilderwelten. Das Heft ist auch selbst mit vielen Bildern versehen - paradoxerweise eher ungewöhnlich im Spektrum der bisherigen Ausführungen zum “iconic/visual turn”.


7. Dezember 2008

Symbole der Überwachung

Auf dem überwachungskritischen Blog der Tageszeitung (TAZ) mit Namen “Crtl-alles unter Kontrolle” ist ein “Sonntag der Spione” ausgerufen worden. Er soll die Leserinnen und Leser dazu anregen, auf offene oder versteckte Fälle und Anstößigkeiten aus dem gesellschaftlichen “Überwachungs”-Alltag aufmerksam zu werden und einschlägige Beispiele einzureichen. Dieser Alltag ist freilich nicht immer offen-sichtlich, sondern oft raffiniert vermittelt über eine Macht der Symbole in ihrer langen Geschichte - etwa vom “Auge Gottes bis zum Überwachungsstaat”.


Soeben sind in Transversal, einem multilingualen webjournal, Interviews zur Politik der kulturellen Übersetzung erschienen - in vielsprachigen Versionen. Das neueste Heft: “Gespräche zur Übersetzung” / “Talks on Translation” findet sich auf der translate-website des Projekts eipcp (europäisches institut für progressive kulturpolitik / european institute for progressive cultural policies). Die Gespräche mit Rada Ivekovic´, Ghislaine Glasson Deschaumes, Tomislav Longinovic´, Peter Osborne, Doris Bachmann-Medick, Jon Solomon führte (neben Hito Steyerl) Boris Buden.


Soeben ist ein neuer Sammelband erschienen, der sich mit der Bereicherung der Kulturwissenschaften durch die Perspektive der kulturellen Übersetzung als einer nicht nur interlingualen, sondern auch lebensweltlichen Praxis auseinandersetzt: Andreas Gipper/Susanne Klengel (Hg.), Kultur, Übersetzung, Lebenswelten. Beiträge zu aktuellen Paradigmen der Kulturwissenschaften. Würzburg: Königshausen & Neumann 2008. In konzeptuellen Beiträgen, aber auch in konkreten Fallstudien werden die verschiedenen Formen des “Übersetzungshandelns” in translatorischen Zwischenräumen in den Blick genommen - von den verschiedenen Ausprägungen, Kontaktzonen und Schnittstellen der Kulturwissenschaften in den unterschiedlichen nationalen Wissenskulturen bis hin zu den komplexen Kommunikations- und Übersetzungsprozessen in der entstehenden Weltgesellschaft (besonders auch mit Blick auf Lateinamerika) sowie den gesteigerten Übersetzungsherausforderungen durch Grenzräume, transnationale Erinnerungsformen und das spannungsreiche Zusammentreffen der unterschiedlichen Ausprägungen von Lebenswissen und Lebenswelten. Link zum Inhaltsverzeichnis.  


7. August 2008

Kulturen und Macht

Unter diesem Titel ist kürzlich eine neue, interessante website ans Netz gegangen, die von Master- und Magister-Studierenden des Lateinamerikainstituts der FU Berlin erarbeitet wurde (unter Leitung von Karoline Noack und Stephanie Schütze). Die Inhalte dieser website betreffen Ansätze und Beiträge der Kulturwissenschaften für die Globalisierungsdebatte (wobei vor allem auch der Blickwinkel der lateinamerikanischen Gesellschaften und ihrer spezifischen Ausprägungen von Cultural Studies eingenommen wird - ein in der kulturwissenschaftlichen Diskussion hierzulande immer noch zu sehr vernachlässigtes Feld).
Systematische Rubriken laden zum “Anklicken” ein:
- Wissenskulturen (kulturspezifische Ausprägungen der kulturwissenschaftlichen Diskussion: deutschsprachige Kulturwissenschaften/amerikanische und britische Cultural Studies/ Estudios Culturales);
- Kulturelle Zwischenräume (theoretische Ansätze wie Transkulturalität, Hybridität usw., Konzepte des Dritten Raums, Fallbeispiele der praktischen “Umsetzung”);
- Leitkultur
(Multikulturalismus-Diskussion, Zuwanderungsgesetz, Einbürgerungstest usw.).
Neben einer nützlichen Auswahlbibliographie, Kurz-Biographien zu kulturwissenschaftlichen Forscher/innen und Theoretiker/innen und einer Sammlung von links findet sich ein Glossar zu Schlüsselbegriffen, das - wie die website insgesamt - auf Ergänzung und Weiterentwicklung hin angelegt ist.


Nach der Debatte zu “Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften” in L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft 18,2 (2007) ist im soeben erschienenen neuesten Heft von L’Homme 19,1 (2008) die Replik erschienen. Sie geht vor allem auf die Frage ein,
- ob es sinnvoll wäre, einen Gender Turn zu behaupten,
- was gegen einen eigenen Gender Turn spräche
- und in welche Richtung sich die Gender Studies und die deutschsprachigen Kulturwissenschaften ändern
müssten, damit Gender auf einer anderen Ebene als bisher zu einer unverzichtbaren Analysekategorie in den Kulturwissenschaften werden kann.
Link zur Debatte über “Cultural Turns”
Link zur Replik