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Dear Readers,

Doris Bachmann-Medick, Dr. phil., Permanent Senior Research Fellow at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), University of Giessen/Germany; works and teaches on Cultural Theory and recent disciplinary, interdisciplinary and transnational developments in the Study of Culture.

Main research interests: Kulturwissenschaften/Cultural Studies, Literary Anthropology, Translation Studies, Intercultural Communication.

Please find my list of publications over here.

Notizen

 

Doris Bachmann-Medick, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, ist Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen. Studium der Germanistik, Geographie, Kunstgeschichte und Philosophie. Gastprofessuren an der University of California, Los Angeles; University of Michigan, Ann Arbor; University of California, Irvine; University of Cincinnati; Georgetown University, Washington, DC; Universität Graz. Lehraufträge an der Universität Göttingen, Universität Potsdam, Viadrina Frankfurt (Oder), Freie Universität Berlin, Universität Zürich. 2005/06 Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Wien. WS 2007/08 Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Universität Gießen.
Arbeitsschwerpunkte: Kulturwissenschaften, Literarische Anthropologie, Kulturtheorie, kulturwissenschaftliche Übersetzungsforschung, Interkulturelle Kommunikation.


Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Doris Bachmann-Medick: Modelle kultureller Übersetzung

Öffentlicher Abendvortrag zur Eröffnung des DFG-Schwerpunktprogramms 2130 „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“

Doris Bachmann-Medick (Göttingen) spricht am Freitag, 11. Januar 2019 um 18.30 Uhr in der Augusteerhalle der Bibliotheca Augusta im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Netzwerks über Übersetzungsmodelle als Auslegungsmuster für unterschiedlichste Übersetzungsfälle von Kunst, Literatur, gegenwärtiger Menschenrechtsdiskussion und frühneuzeitlicher Geschichte.

Die ungleichen und keineswegs glatten Verläufe der Globalisierung führen immer wieder zu Handlungssituationen, in denen „Übersetzung“ gefordert ist – dies nicht nur als Sprach- und Textübersetzung, sondern als eine wichtige Praxis der Aushandlung zwischen kulturellen Differenzen überhaupt. In den letzten Jahren ist Übersetzung deshalb zu einer neuen kultur- und sozialwissenschaftlichen Analysekategorie entwickelt worden. Mit ihr lässt sich auch aus historischen kulturellen Spannungsfeldern zwischen Gesellschaften, Texten, Religionen oder sozialen Gruppen genauer erschließen, auf welche Weise mit den Herausforderungen von Kontextwechseln und Übertragungsproblemen umgegangen wurde. Im Vortrag werden hierfür unterschiedliche Modelle der Übersetzung vorgestellt: Übersetzung als Repräsentation, Übersetzung als Hybridisierung, Übersetzung als Dialog, aber auch Übersetzung als Adressatenmodell, als Korridormodell, als Stufen- und Spiralverfahren, ja als Herausforderung an unser Wissen und Handeln überhaupt.

Das neue Schwerpunktprogramm (SPP) „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“ wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2017 eingerichtet und nahm 2018 mit der Koordinatorin Regina Toepfer, Institut für Germanistik der Technischen Universität Braunschweig, die Arbeit auf. Dem Programmausschuss gehören darüber hinaus Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und Jörg Wesche, Direktor des Instituts für Germanistik an der Universität Duisburg-Essen, an. Programmziel ist die interdisziplinäre Erschließung der epochalen Bedeutung von Konzepten und Praktiken des Übersetzens als zentrale und ubiquitäre Kulturtechnik der Frühen Neuzeit (1450-1800).

Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen. Informationen unter Tel.: 05331/808-203 und www.hab.de


Bildergebnis für hans medick gewalt Diese Neuerscheinung zur historischen Aufarbeitung des Dreißigjährigen Krieges (Hans Medick: Der Dreißigjährige Krieg. Zeugnisse vom Leben mit Gewalt. Göttingen: Wallstein 2018) ist eine Neusicht dieses Krieges aus der Perspektive von Selbstzeugnissen und den aufkommenden neuen Medien der Zeit:

Die historischen Abhandlungen zum Dreißigjährigen Krieg bestehen bisher überwiegend aus Großerzählungen der Politik- und Militärgeschichte. Was darin jedoch entschieden zu kurz kommt, sind die konkreten Gewalterfahrungen, Lebensbewältigungen und Erinnerungen der Menschen sowie deren Darstellung in den zeitgenössischen Medien.
Das Buch von Hans Medick bringt hier neue Einsichten. In Form einer dokumentarischen Mikro-Geschichte führt es das Leben mit Gewalt im Dreißigjährigen Krieg vor Augen. Zahlreiche, zum Teil unveröffentlichte Selbstzeugnisse und die aufkommenden Massenmedien der Zeit bringen erstaunliche, ja erschreckende Befunde zu Tage. Es ist das Erleben von Gewalt aus der Perspektive einzelner Personen aller gesellschaftlichen Schichten, wie Söldner und Soldaten, Bauern, Bürger und Adelige, das neues Licht wirft auf einen komplexen kriegerischen Ereigniszusammenhang. Damit macht Hans Medick nicht nur die Wahrnehmungen und Verarbeitungen des Kriegsalltags zugänglich, er schreibt auch eine neue, historisch-anthropologisch fundierte Geschichte des Dreißigjährigen Krieges.

»Eine konzise, gut lesbare Gesamtdarstellung des Dreissigjährigen Krieges. Man könnte meinen, deren gibt es viele, dem ist aber nicht so. Wer die dunkle Zeit vor vierhundert Jahren wirklich verstehen möchte, sollte dieses Buch lesen.«
Daniel Kehlmann


Soeben ist der Band “Migration: Changing Concepts, Critical Approaches, hg. von Doris Bachmann-Medick und Jens Kugele. Berlin, Boston: De Gruyter 2018″ erschienen. Darin werden “Migration” und der Migrationsdiskurs mit kulturwissenschaftlichem Blick auf die zugrundeliegenden, gesellschaftlich hochwirksamen concepts, regimes und frames untersucht:

Recent debates on migration have demonstrated the important role of concepts in academic and political discourse.The contributions to this collection revisit established analytical categories in the study of migration such as border regimes, orders of belonging, coloniality, translation, trans/national digital culture and memory. Exploring notions, images and realities of migration in their cultural framings, this volume sheds light on the powerful work of these concepts. Including perspectives on migration from history, visual studies, pedagogy, literary and cultural studies, cultural anthropology and sociology, it explores the complex scholarly and popular notions of migration with particular focus on their often unspoken assumptions and political implications.Revisiting established analytical tools in the study of migration, the interdisciplinary contributions explore new approaches and point to the importance of conceptual nuance extending beyond academic discourse.

Issue 4 (Winter 2017) der kulturwissenschaftlichen Open Access Zeitschrift “On_Culture” widmet sich dem Thema “Screened Alterities: Alterities in the Newsreels of 1968 - 50 Years Later.”

Auszug aus dem Editorial: The focus of the fourth issue of On_Culture is the presentation of ‘alterity’ in newsreels. This issue comes as a result of ‘The 1968 Newsreel’ collaborative research project, led by doctoral students and postdoctoral researchers at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus Liebig University Giessen. Members from the GCSC Research Area 8: Cultures of Knowledge, Research, and Education and from RA 5: Media and Multiliteracy Studies launched the project in 2014 together with the working group Film und Filmtheorie. Throughout the last four years, over ten associates of the project have organized workshops and master classes and have held regular meetings to discuss individual, nationally focused research on newsreels and broader theoretical-methodological issues.


Im neuesten Heft (2/2017) der Zeitschrift für Kulturwissenschaften (ZfK) zum Thema “Monster und Kapitalismus” wird eine Debatte eröffnet, die sich der Frage nach dem Politischen in den Kulturwissenschaften stellt: “Jenseits der Konsensgemeinschaft - Kulturwissenschaften im ’socio-political turn’?” Beiträger_innen sind: Doris Bachmann-Medick, Michael C. Frank, Christina von Braun, Eva Blome, Patrick Eiden-Offe, Christine Kirchhoff und Roman Widder.


Gerade erschienen ist das Themenheft “Kulturelle Übersetzung” von Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte - 67,2 (2017). Es besteht aus Beiträgen von Kulturwissenschaftler_innen und Altertumswissenschaftler_innen und ist aus einer interdisziplinären Konferenz der Key Topics und Labs des Exzellenzclusters Topoi (FU/HU, Berlin) vom 2.-3. Juni 2016 zum Thema “Übersetzen in Altertum und Altertumswissenschaften. Methoden, Praktiken, Phänomene” hervorgegangen. Dieses Saeculum-Themenheft ist daran interessiert, Übersetzung als Analysekategorie mehr denn je auch für die Altertumswissenschaften fruchtbar zu machen und die translationale Forschungsperspektive in den Kulturwissenschaften mit empirischen, materialreichen Fallstudien zu bereichern.


Soeben ist Cultural Turns auf Russisch erschienen, übersetzt von Sergey Tashkenov, im Verlag New Literary Observer, Moskau.

Издательский дом


  • The book “ReThinking Management: Perspectives and Impacts of Cultural Turns and Beyond” (Wiesbaden: Springer VS 2017) assembles multi-disciplinary contributions to delve deeper into ReThinking Management. The first part provides some foundational considerations and inspirations. Further chapters offer more specific links to the arts and creativity sectors as well as empirical research and case reflections. ReThinking Management pursues the main idea that management theory is not merely a sub-discipline of economics, but rather a cross-disciplinary and critical field of research and practice, with a decidedly cultural perspective. While questioning the status and practices of conventional management, the book opens up for new understandings, turns and perspectives (Buchrückseite).

    Am 8. Februar, 18-20 Uhr findet in der UB der Universität Gießen eine Buchvorstellung mit Podiumsdiskussion zum Projekt und Band “Library Life: Werkstätten kulturwissenschaftlichen Forschens” statt.

    In Anlehnung an die Akteur-Netzwerk-Theorie und die Laboratory Life-Studie von Bruno Latour und Steve Woolgar ist dieser Veranstaltung ein Projekt (im Rahmen einer Research Area des GCSC Gießen) vorausgegangen, das nun in einem Buch verarbeitet worden ist. Die Laborstudien der Science Studies sind dabei gleichsam in die kulturwissenschaftliche Forschungsarbeit hineinübersetzt worden: Auch die Erzeugnisse kulturwissenschaftlichen Forschens sind ja keineswegs nur Produkte geistig-wissenschaftlicher “Denk”arbeit. Sie werden vielmehr gespeist von alltäglichen Interaktionen, Irritationen und materiellen Bedingungen im Alltagsumfeld der Wissenschaftler_innen: die Gestaltung der Arbeitsräume, die Beschaffenheit der Schreibtische, das Verwenden von Ordnern, Karteikarten, elektronischen Speichern, das “Unterfüttern” der Arbeitsvorgänge mit Keksen, Schokolade, Tee und Kaffee - all diese Praktiken verweisen im Sinn der Akteur-Netzwerk-Theorie geradezu auf wichtige nichtmenschliche Mithandelnde. Wo genau sie eingreifen - dies lässt sich den quasi ethnographischen Interviews und Mikro-Beobachtungen der Wissenschaftler_innen-Praxis im Projekt bzw. dem daraus hervorgegangenen open-access-Buch entnehmen. Dabei werden erstaunliche Einsichten in den Arbeitsalltag von Wissenschaftler_innen zutagegefördert - entlang der Frage: Wie entstehen eigentlich die Vorträge, Artikel und Bücher von Kulturwissenschaftler_innen? Link zum Veranstaltungs-Flyer