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Dear Readers,

Doris Bachmann-Medick, Dr. phil., Permanent Senior Research Fellow at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), University of Giessen/Germany; works and teaches on Cultural Theory and recent disciplinary, interdisciplinary and transnational developments in the Study of Culture.

Main research interests: Kulturwissenschaften/Cultural Studies, Literary Anthropology, Translation Studies, Intercultural Communication.

Please find my list of publications over here.

Notizen

 

Doris Bachmann-Medick, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, ist Permanent Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen. Studium der Germanistik, Geographie, Kunstgeschichte und Philosophie. Gastprofessuren an der University of California, Los Angeles; University of Michigan, Ann Arbor; University of California, Irvine; University of Cincinnati; Universität Graz. Lehraufträge an der Universität Göttingen, Universität Potsdam, Viadrina Frankfurt (Oder), Freie Universität Berlin, Universität Zürich. 2005/06 Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Wien. WS 2007/08 Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Universität Gießen.
Arbeitsschwerpunkte: Kulturwissenschaften, Literarische Anthropologie, Kulturtheorie, kulturwissenschaftliche Übersetzungsforschung, Interkulturelle Kommunikation.


Unter diesem Titel ist soeben ein von Ottmar Ette und Uwe Wirth herausgegebener Band erschienen, der die Konjunktur des Hybriditätsbegriffs kritisch aufnimmt, das Konzept genau beschreibt, aber auch alternative Beschreibungsmodelle exploriert (Travelling Concepts, transkulturelle Übersetzung, Kulturtechnik der Pfropfung u.a.). Der Band zielt darauf, aus der Auseinandersetzung mit dem Hybriditätsbegriffs heraus kulturenübergreifende Diskussionslinien aufzuzeigen, von denen aus (neue) kultur- und medientheoretische Modelle für Vermischungen, Mediationen, multiperspektivische Verflechtungen und Mobilitäten ausgelotet werden können.


Vom 16. bis 17. Oktober findet an der Karlshochschule International University in Karlsruhe eine internationale Konferenz zu “Rethinking Management 2014: The Impact of Cultural Turns” statt. Mit der Absicht “to open up management for cultural studies”, wie es im Call for Papers heißt, soll auf dieser Konferenz nicht nur das Feld der Critical Management Studies und der Cultural Economy transdisziplinär und methodenpluralistisch geöffnet und kulturwissenschaftlich fundiert werden - im Hinblick auf Management als Performance, aber auch als Translation, Materialität und Narrativität. Mit dem Bezug auf das Spektrum der Cultural Turns werden darüber hinaus innovative Wechselbeziehungen zwischen Management, Organizations, Economy und der Study of Culture ausgelotet, die auch die Kulturwissenschaften dazu herausfordern, sich mehr als bisher mit ökonomischen Problemfeldern auseinanderzusetzen.


22. März 2014

Performing Translation

An der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien findet vom 26. bis 28. März 2014 ein Internationales Doktorand_innen-Symposium statt: “Performing Translation: Praktiken des Wissens in/um Musik-Theater-Film.” Dieses Symposium will dezidiert Translation zwischen den Disziplinen und Genres diskutieren - auch in nonverbalen Wissens-Feldern von Musik und anderen Künsten. Im ausführlichen Programmheft heißt es: “Translation wird demnach zur Vermittlungspraxis zwischen Kulturen der Forschung und zwischen den vielfältigen Wissensbegriffen der Künste und Wissenschaftsdisziplinen.”


Soeben erschienen: Doris Bachmann-Medick (ed.): The Trans/National Study of Culture: A Translational Perspective. Berlin, Boston: de Gruyter 2014.

This volume introduces key concepts for a trans/national expansion in the study of culture. Using translation as an analytical category, it explores what is translatable and untranslatable between nation-specific approaches such as British/American cultural studies, German Kulturwissenschaften and other traditions in studying culture.
The range of articles included in the book covers both theoretical reflections and specific case studies that analyze the tensions and compatibilities amongst contemporary perspectives on the study of culture. By testing various key concepts – translation, cultural transfer, travelling concepts – this volume reflects on an essential vocabulary and common points of reference for scholars seeking new frameworks and methodologies for the foundation of a trans/national study of culture that is commensurate with the entangled nature of our world society.


24. September 2013

Kulturwissenschaftliche Praxis

Soeben ist ein “Handwörterbuch” zu konkreten Arbeitsformen, Techniken und Kommunikationsweisen im Feld der Kulturwissenschaften erschienen - ganz im Sinn der Anregungen durch die Science Studies, nicht nur Theorien, Konzepte und Methoden wichtig zu nehmen, sondern auch die Arbeitsbedingungen, das Forschungsumfeld, die Recherchetechniken, nicht zuletzt die konkreten Orte des wissenschaftlichen Arbeitens. Hier finden sich Artikel zu “Ausstellung”, “Bloggen”, “Café/teria”, “Digitalisierung”, “Fußnote”, “Gutachten”, “Hörsaal”, “Kongress”, “Museum”, “Prüfen”, “Rezension”, “Schreibtisch”, “Sitzung”, “Turn(s)”, “Wissenspopularisierung”, “Weißes Blatt” und viele mehr, die einen neuen, praktischen Blick auf die kulturwissenschaftliche und historische Forschung eröffnen:

“Über die Praxis des kulturwissenschaftlichen Arbeitens: Ein Handwörterbuch”, hg. von Ute Frietsch und Jörg Rogge.


Am Freitag, dem 26. April 2013, veranstaltet das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Uni Gießen ein eintägiges Symposium zum Thema “Translating Human Rights”. Link zum Symposiumsbericht.


Der von der Mercator-Stiftung und 7 weiteren Stiftungen neu gegründete Rat für kulturelle Bildung hat in seiner konstituierenden Sitzung in Berlin soeben seine Arbeit aufgenommen. Der aus 14 Mitgliedern bestehende Rat setzt sich zusammen aus Experten der unterschiedlichsten Bereiche: der Kunst-, Tanz- und Theaterpädagogik, der Musik- und Literaturvermittlung, der Bildungsforschung, der Kunst- und Kulturwissenschaften, der Kulturpolitik, aber auch der Neurowissenschaften. Es ist eines seiner Ziele, eine kritische Bestandsaufnahme der kulturellen Bildung in Deutschland (auch im internationalen Vergleich) zu erarbeiten, Fundamente für kulturelle Bildung aufzuzeigen und Analysen und (neue) Fragestellungen in bildungstheoretischer und bildungspraktischer Hinsicht aufzuwerfen.


Wodurch werden Interdisziplinarität und Inter/Transkulturalität in der kulturwissenschaftlichen Forschung konkret befördert? “Travelling Concepts” sind hier wichtige Elemente einer grenzüberschreitenden Dynamik der Kulturwissenschaften. Sie verkörpern disziplinenübergreifende Anschlussstellen zwischen unterschiedlichen Forschungskulturen. Durch ihr Hin- und Her-Reisen zwischen Disziplinen und Kulturen führen sie vor Augen, wie stark die Untersuchungskonzepte selbst (z.B. Raum, Übersetzung, Performativität usw.) nicht etwa der (empirischen) Forschung vorausgehen, sondern sich überhaupt erst im Forschungsprozess herausbilden. Soeben ist in der Reihe “Concepts for the Study of Culture” des de Gruyter Verlags der Band “Travelling Concepts for the Study of Culture” (hg. von Birgit Neumann und Ansgar Nünning, in Zusammenarbeit mit Mirjam Horn) erschienen. Travelling Concepts werden hier einerseits als theoretische Untersuchungsmodelle und Rahmenkonzepte diskutiert (wie z.B. Übersetzung, Kulturtransfer, Emergenz), andererseits aber als konkrete Schlüsselkonzepte für die “study of culture” (wie z.B. Netzwerk, narratologische Konzepte, Identität, Alterität, “Kultur als Text”, Gender, kulturelles Gedächtnis, Performativität, Stimmung, Visualität, Raum, Medialität, Materialität, globale Perspektivierung, Konzepttransfer usw.).


Soeben ist ein neues Themenheft der Zeitschrift “Geschichte und Gesellschaft” erschienen: “Übersetzungen”. Es zeigt, wie sehr die Kategorie der “Übersetzung” gegenwärtig in einer Vielzahl von Disziplinen produktiv gemacht wird: und zwar gerade nicht als eine bloße Metapher, die über Sprach- und Textübersetzung hinaus auch für einen veränderten Blick auf kulturelle und soziale Übersetzungsprozesse herangezogen wird. In empirischen Fallstudien wird hier “Übersetzung” vielmehr als eine konkrete Analysekategorie eingesetzt. So wird sie etwa für die Untersuchung interkultureller Kommunikationsprozesse im Feld von Kolonialismus und Mission fruchtbar gemacht, aber auch für translatorische Impulse der Erinnerungsforschung und Vergangenheitspolitik. Mit ihr lassen sich Aneignungen im Kontext von Modernisierungsprozessen außereuropäischer Gesellschaften konkretisieren und die interkulturellen Spannungen in der gegenwärtigen globalen Menschenrechtsdebatte lassen sich als Übersetzungsproblem neu beleuchten. Link zum Inhaltsverzeichnis.