Doris Bachmann-Medick, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, ist Permanent Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen. Studium der Germanistik, Geographie, Kunstgeschichte und Philosophie. Gastprofessuren an der University of California, Los Angeles; University of Michigan, Ann Arbor; University of California, Irvine; University of Cincinnati; Lehraufträge an der Universität Göttingen, Universität Potsdam, Viadrina Frankfurt (Oder), Freie Universität Berlin, Universität Zürich. 2005/06 Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Wien. WS 2007/08 Senior Research Fellow am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Universität Gießen.
Arbeitsschwerpunkte: Kulturwissenschaften, Literarische Anthropologie, Kulturtheorie, kulturwissenschaftliche Übersetzungsforschung, Interkulturelle Kommunikation.
Soeben ist die neue Ausgabe des Kulturmagazins “Humboldt” des Goethe-Instituts online erschienen. Diese Zeitschrift, die den Kulturaustausch zwischen Deutschland, Lateinamerika, Spanien und Portugal befördern soll, beschäftigt sich in ihrem neuen Themenheft mit “Kultur der Übersetzung - Übersetzung der Kultur” - schon jetzt mit Blick auch auf das Gastland Argentinien der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2010. Die deutschsprachige Ausgabe ist online erhältlich, während auf Spanisch sowie auf brasilianisch Portugiesisch neben der online-Version jeweils auch eine Printausgabe erscheint.
“Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel” - so heißt ein Text der Nobelpreisträgerin Herta Müller, der dieses Heft eröffnet. Und es folgen Beiträge unter anderem zum/r Übersetzer/in als Lügner/in, zu ethnologischen Übersetzungsbedingungen, zu einsturzgefährdeten Übersetzungsbrücken, zur intellektuellen Dekolonisierung, zur ersten indigenen Buchmesse in einem brasilianischen Bundesstaat, zur “Quersprachigkeit” in der deutschen Gegenwartsliteratur, zur Transkreation als Konzept der Lyrikübersetzung, zum kolumbianischen Drogenroman … bis hin zum Tango an der Spree.
Seit Februar 2010 ist Docupedia-Zeitgeschichte online zugänglich. Das neue Nachschlagewerk zu zentralen Begriffen, Konzepten, Forschungsrichtungen, Methoden und Debatten der (nicht nur) zeithistorischen Forschung wurde entwickelt vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Postdam und dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin. Die Artikel, verfasst von SpezialistInnen, sollten sich nicht nur in handbuchartigen Informationen erschöpfen, sondern auch Meinungen wagen, kritische Einordnungen und mögliche Entwicklungsperspektiven skizzieren sowie interdisziplinäre Gelenkstellen markieren. Aktueller Artikel: Cultural Turns.
Im neuesten Heft der österreichischen Zeitschrift Springerin. Hefte für Gegenwartskunst (Bd. XV, Heft 4, Herbst 2009) zum Thema “Wende/Wiederkehr” findet sich ein E-Mail-Gespräch zwischen Christian Höller und Doris Bachmann-Medick - u.a. über kulturelle/kulturwissenschaftliche “Wenden”, den konzeptuellen Umbruch in den Kulturwissenschaften, die Notwendigkeit von Metaphern als methodische Vehikel und über politische “Übersprünge” der Kulturwissenschaften im Sinne ihrer gesellschaftlichen Rückübersetzung.
Kommentierte Ausschnitte aus diesem Interview finden sich auf der iconicturn-website.
Das International Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen richtet vom 28. bis 30. Oktober 2009 eine Konferenz aus zum Thema “The Transnational Study of Culture: Lost or Found in Translation? Cultural Studies - Sciences Humaines - Kulturwissenschaft(en)”. Sie findet auf Schloss Rauischholzhausen (bei Gießen) statt und wird von Dr. Doris Bachmann-Medick/Prof. Dr. Ansgar Nünning/Kirsten Pohl/Dr. Martin Zierold veranstaltet. Diskutiert werden soll die Frage, wieweit und unter welchen Bedingungen sich die Kulturwissenschaften transnationalisieren können. Wieweit lassen sich ein global erweiterter Horizont und eine gemeinsame Sprache der “study of culture” gewinnen, welche den unterschiedlichen kulturwissenschaftlichen Ansätzen (brit. und amerikan. Cultural Studies, franz. sciences humaines und dt. Kulturwissenschaft(en) gerecht werden? Der Konferenz kommt es darauf an, die Übersetzbarkeiten und Unübersetzbarkeiten zwischen den differenten studies of culture auszuloten und damit Voraussetzungen zu schaffen für eine trotz unterschiedlicher Wissenschaftstraditionen, ja Asymmetrien und Wissenschaftshegemonien mögliche Transnationalisierung der “study of culture” - auch im Hinblick auf Gelenkstellen für interkulturelle Kooperation in der Kulturforschung. Auf der Konferenz-Website findet man - zusätzlich zum Programm auf dem Konferenzposter - weitere Informationen.
Tagungsbericht (auf HSozKult)
Die Diskussion um den spatial turn in den Kulturwissenschaften nimmt endlich konkretere Züge an, indem sie sich stärker als bisher in den einzelnen Disziplinen rückverankert. Fallstudien zeigen, wie von den Perspektiven des spatial turn neue Impulse für die disziplinäre Arbeit ausgehen. Jüngstes Beispiel ist der von Wolfgang Hallet und Birgit Neumann herausgegebene und gerade in Bielefeld bei transcript erschienene Band “Raum und Bewegung in der Literatur. Die Literaturwissenschaften und der Spatial Turn”. Beiträge zu (Wissens-)Räumen in der Literatur, zur literarischen Verarbeitung von Raumerfahrungen, zu gattungsspezifischen Fragen von Raumdarstellung sowie zu Raumkonzepten in den Literaturwissenschaften setzen sich mit Raum als einer kulturellen Wahrnehmungskategorie auseinander, indem sie dieser einen dynamischen Akzent geben. Raum wird ausdrücklich mit Bewegung verknüpft und damit rückgebunden an die Selbstverortung von Subjekten, an ihr Handeln, an raumbildende, grenzüberschreitende Praktiken, an gendergeprägte Prozesse der Raumkonstitution, an Formen von mapping und Raumvermessung und nicht zuletzt an die konkreten literarischen Ausgestaltungen der räumlichen Vorgänge transkultureller Migration. Nicht nur die Literatur selbst erscheint in diesem Band als “raumkulturelles Medium”. Auch die Literaturwissenschaften demonstrieren hier, wie fruchtbar es ist, die bestehenden Analysekategorien der eigenen Disziplin durch “raumkulturwissenschaftliche Ansätze” zu erweitern und damit nicht zuletzt Anschlüsse an soziale und historische Raumreflexionen überhaupt zu gewinnen.
Vom 20. bis 22. November 2009 findet zu diesem Thema die 9. Internationale und Interdisziplinäre Graduiertenkonferenz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg statt. Soeben ist das ausführliche Programm dieser zweisprachigen Tagung von Graduierten und Postgraduierten der verschiedensten kulturwissenschaftlichen Disziplinen ins Netz gestellt worden. Es besteht aus vielfältigen Panels und 3 Hauptvorträgen und findet sich hier.
illissAfrica (internet library sub-saharan Africa) - so heißt ein neues Afrika-Portal, eine virtuelle Fachbibliothek zu Afrikastudien. Dieses DFG-geförderte Projekt der Afrika-Abteilung der UB Frankfurt in Zusammenarbeit mit GIGA (German Institute of Global and Area Studies) ist eine umfangreiche wissenschaftliche Informationsquelle mit guten Suchfunktionen, die websites, Datenbanken, Bibliothekskataloge gezielt erschließt.
Vom 10. bis 12. Juli 2009 findet in Mageburg die 5. internationale Transforma-Studierendenkonferenz statt. Ihr Thema: Moving (Con)Texts. The Production and Circulation of Ideas in the Global Knowledge Economy. Die zweisprachige Konferenz (englisch-deutsch) setzt sich mit der Zirkulation von Ideen, Texten, Konzepten als Form kultureller Globalisierung auseinander: Gibt es so etwas wie “hybride Wissenskulturen”, wer sind ihre Subjekte und Akteure, wie sieht ihre politische Ökonomie aus? Diese Konferenz ist in Panels organisiert und wird von einem Studierendenforum begleitet, in dem Studierende ihre Arbeiten vorstellen können.
Das Zentrum für Regionalstudien an der FU Berlin veranstaltet im laufenden Sommersemester eine Ringvorlesung zum Thema: Die Ungleichzeitigkeit des Raums. Geschichte und Perspektiven der Area Studies. Die einzelnen Vorlesungen, die sich an eine breitere Öffentlickeit richten, geben einen Überblick über neuere Perspektiven der Forschung im Feld der Area Studies. Diese sind nicht nur unverzichtbar für die Analyse einer zunehmend vernetzten globalen Welt. Sie haben auch starke Forschungsstandbeine in der Berliner Wissenschaftslandschaft. Das Themenspektrum reicht von transkulturellen Akteuren, Ungleichheiten, Raum und neuen Geopoetiken, über interreligiöse Gewalt, Migration als postkolonialer Praxis, transnationaler Sicherheit, bis hin zur Übersetzungsfunktion der Area Studies.